Beeindruckende Wochen in Madagaskar

Heute traf ich mich mit Michael B. in Köln um ihn nach seinen Reiseeindrücken zu befragen. Nahezu drei Monate hat sich Michael überwiegend in Andalamengoke aufgehalten und hier angepackt, aber Fianarantsoa hat er ebenfalls einen Besuch abgestattet, ebenso wie Tulear und Fort Dauphin und natürlich auch Antananarivo, aber nur zwei Tage gönnte.er der Hauptstadt.

Es kommt nicht alle Tage vor dass jemand sich ein Jahr Zeit nimmt, um den großen Kontinent Afrika besser kennen zu lernen. Drei Mal Westafrika (Benin, Togo und Ghana), ein Abstecher nach Israel und zum Schluss Madagaskar, ein bemerkenswertes Programm. In Madagaskar war Michael nicht alleine, denn kaum angekommen hatte er nur ein paar Tage Zeit sich von den AJPER-Studenten Fianarantsoa zeigen zu lassen, dann traf die Schülergruppe aus Velbert ein und zusammen mit den madagassischen Studenten brach zwei Tage später der große Tross - mit dem eigenen Bus - auf nach Andalamengoke. Bewundernswert die Ausdauer der madagassischen Freunde, die bis zur Ankunft sich die Zeit mit Singen vertrieb.

 

Die kleine Ecolodge platzte aus allen Nähten und zu Guter Letzt mußten noch ein paar Zelte aufgestellt werden.

 

 

Die Aufgabenstellung war klar: oberste Priorität hatte die Wasserleitung, die über die Entfernung von 1 km das Brunnenwasser direkt zur Schule bringen sollte.Wer einen Tag lang Schaufel oder Hacke geschwungen hat weiss spätestens am Abend was Knochenarbeit bedeutet. Kurzum die Wasserleitung liegt jetzt neben der Straße im Graben und in der Schule gibt es erstmalig fließendes Wasser, sowohl für die Küche als auch für das Handwaschbecken.

 


 

Aufgabe Nr. zwei das große Schulgebäude, welches arg mitgenommen aussieht. Hier mußten zuerst Steine gebacken werden die zwischen den Pfosten aufgeschichtet wurden.

 

 

 

 

 

Während hier die Außenmauer langsam hochwuchs wurden für die Toiletten die Vorarbeiten durchgeführt: eine große Grube mußte ausgehoben werden, die Außenmauer hingesetzt und die Toilettenabdeckung gefertigt werden. Diese wurde jetzt als Hocktoilette ausgeführt und wir sind gespannt wie diese Toilette bei den Kindern ankommt.

 

 

 

 

 

Eine besondere Aufgabe war der Aufbau des Gewächshauses. Bevor es aber damit richtig losgehen konnte wurde ein Fundament gelegt und in den eingelegten Holzrahmen wurde das Gewächshaus festgeschraubt, so dass es nicht so schnell mitgenommen oder weggeblasen werden kann.

 

 

Natürlich war man gespannt wie schnell die Früchte damit trocknen, im herkömmlichen Trockner braucht es schon nahezu eine Woche. Jetzt aber geht es deutlich schneller, denn am zweiten Tag bereits waren die Bananen und Papayascheiben getrocknet und wurden umgehend verspeist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Pflichtprogramm gehört der obligatorische Ausflug nach Tulear bzw. an den Strand von Tulear, den man zum Baden oder auch für eine Schönheitskur nutzen konnte.

 

 

 

Michael war mehr noch von der Schulbücherei beeindruckt, und obgleich Schulferien waren ist in dieser Einrichtung immer etwas los. Eine lesekundige Frau wurde gefunden die am Nachmittag Aufsicht führt (am Vormittag wird die Bücherei von den Schulklassen benutzt).

 

 

 

 

Beeindruckend im negativen Sinne war ein Buschfeuer auf dem nahen Feld und alle mußten ran und mit langen Stöcken und Besen die Flammen ausschlagen.

 

 

 

 

 

Zur täglichen Aufgabe gehört der Wassertransport und bei den vielen Besuchern auf der Ecolodge sind es schon mal 500 l die täglich herangeschafft werden müssen.

 

 

Michael hat sich dann auch die Zeit genommen und einen Blick in den Unibetrieb geworfen. Hier ein Blick in den Hörsaal, wo Prof. Romain gerade unterrichtet.

 

 

 

 

Um sich noch einen umfassenderen Eindruck von Madagaskar zu verschaffen hat sich Michael bis in die südlichste Ecke nach Fort Dauphin gewagt, kann aber keinem empfehlen auf dem Landweg die Stadt anzusteuern. Die unwegsame Piste wird überwiegend von Lastwagen befahren und für die 500 km hat er 4 Tage benötigt einschl. einiger Nachtfahrten. Für den Rückweg hat sich Michael dann die Küstenroute gewählt und wer dafür eine Woche einplant bekommt unvergessliche Eindrücke. Der Höhepunkt seines Ausfluges war die Bahnfahrt von Manakara nach Fianarantsoa. Bei einer Spitzengeschwindigkeit von 25 kmh und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 12 kmh benötigt man für die 163 km etwa 15 Stunden, wobei 67 Brücken überquert und 48 Tunnel durchfahren werden was einen gewissen Einfluss auf die Reisedauer ausübt.. Ein MUSS für jeden Eisenbahnfreund.