Nigeria: Mit einem Reistrockner kann man auch Zwiebeln oder Tomaten oder Pfeffer oder Mango oder .... trocknen.

Auf unserer kleinen Farm im Norden Nigerias herrscht seit Wochen wieder Betrieb und die Ursache ist ein langer grauer durchsichtiger Plastikschlauch, den wir als Solartrockner erworben haben um Reis darin zu trocknen. Die Technik ist bestechend simpel: ein stabiler Sack der an einer Seite mittels Reißverschluss geöffnet werden kann. Etwa 1000 kg Reis psst in den Schlauch und nach dem Verschließen starten die von einem Solarmodul angetriebene Ventilatoren und blasen den Sack auf und am hinteren Ende entweicht die feuchte Luft.

 

In seinem Innern befinden sich zwei Kammern die mit dem Trockengut gefüllt werden können und wir haben beim ersten Versuch Reis genommen, der nach dem Parboilen sehr feucht ist und schnell getrocknet werden muss bevor er verschimmelt. Die Reisbauern schütten den Reis auf eine Plane, verteilen ihn und warten dann einige Tage bis er getrocknet ist. In de Zwischenzeit hat der Saharawind ein paar kg Sand abgeladen, die Termiten suchen suchen den kürzesten Weg zu ihrem Hügel, die Eidechsen jagen hinterher, Insekten lassen sich darauf nieder und ab und zu kommt eine Husche, dann wird alles eingerollt und in die Scheune geschleppt , sind immerhin 200 kg je Kocher.

 

Bisher besitzen die Reisbauern etwa ein Dutzend großer 200-l-Reiskessel, die mit viel Feuerholz stundenlang auf niedriger Flamme den Reis parboilen bis er die richtige Konsistenz besitzt. Die Verfeuerung von Holz wird immer problematischer, nicht nur dass die Preise für Holz in die Höhe schnellen sondern die Regierungen wollen die Verbrennung von Holz zumindest erschweren wenn nicht ganz verbieten.

 

Der Aufbau unseres Trockners, der immerhin 25 m lang ist, wird von Jung und Alt, Mann und Frau bestaunt. Keiner will es glauben, dass der Reis, am Morgen eingeschüttet, am Abend trocken ist.

 

Solch ein Solartrockner kann natürlich mehr als nur Reis trocknen. Nach der Reisernte sind die Zwiebeln erntereif aber bevor sie in den Trockner kommen müssen sie geschält d.h. zerkleinert werden. Das ist eine weniger angenehme Arbeit, da die vielen Zwiebeln alle zum Heulen bringt, wenn man sich nicht schützen kann.

 

Nach der Zwiebelernte reifen die Tomaten und werden zu Fuß gebracht oder ganz komfortabel im Bus angefahren. Die traditionelle Tomatentrocknung findet wieder auf der Strasse statt un man kann das auf dem Bild gut erkennen welche hygienische Qualität die getrockneten Tomaten dann besitzen. Nicht jeder wird solche Strassentomaten mögen und wir versprechen uns von unseren Trockenprodukten eine gute Nachfrage. Während für das Reistrocknen keine weiteren Hilfsmittel benötigt werden müssen die Zwiebeln und Tomaten geschnitten werden, und hier fängt das Problem an. Für beide Gemüsesorten braucht man scharfe Messer und beim Zwiebelschneiden auch noch eine dicht schließende Brille, am besten eine Taucherbrille wie im Bild zu sehen.

 

Wir merken also dass es mit dem einfachen Trocknen nicht getan ist, denn wenn wir schon eine bessere Qualität erzielen können muss sich diese Niveau auf der gesamten Produktionslinie fortsetzen. D.h. schon bei der Verarbeitung kann die Hygiene nur gehalten werden wenn die Verarbeiter Handschuhe tragen und die Tische und das Geschirr einwandfrei sein muss, also nichtrostendes Material. Das hat natürlich seinen Preis auch wenn man bedenkt dass qqualitativ hochwertiges Material langlebige Produkte sind, die auch in 10 Jahren oder länger ihren Dienst verrichten.

 

Also haben wir uns einen professionellen Tomatenschneider zugelegt und die Zeiten, wo mit Küchenmessern und Macheten die Tomaten mehr zerquetscht als zerschnitten wurden sind dann vorbei.

Aber jetzt wartet die nächste Herausforderung, denn die Tomatenernte geht zu Ende und die Mangos reifen heran. Wer schon einmal eine reife Mango geschnitten und geschält hat weiss was das bedeutet.

 

 

 

 

 

 

 

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